Moonshot verschenkt das stärkste offene KI-Modell der Welt.
Die Datei ist 1,56 Terabyte groß und passt damit auf keinen Arbeitsrechner.
Seit dem 27. Juli liegt das stärkste frei verfügbare KI-Modell der Welt zum Herunterladen bereit.
Moonshot AIChinesisches KI-Unternehmen. Es entwickelt die Kimi-Modelle und gibt sie zum Herunterladen frei, statt nur einen Zugang dazu zu verkaufen. hat die vollständigen GewichteDie Zahlenwerte, die ein Modell beim Training gelernt hat. Wer sie besitzt, kann das Modell selbst betreiben, ohne den Hersteller zu fragen. von Kimi K3 auf Hugging FacePlattform, auf der Entwickler KI-Modelle ablegen und herunterladen. Für offene Modelle ist sie die übliche Adresse. Modellseite ansehen veröffentlicht. 2,8 Billionen ParameterDie einzelnen Stellschrauben im Modell. Mehr Parameter bedeuten mehr Rechenaufwand, nicht zwangsläufig bessere Antworten., davon 104 Milliarden je TokenDie Einheit, in der ein Modell Text zerlegt. Ein Token ist grob ein halbes bis ein ganzes Wort. aktiv. Ein KontextfensterWie viel Text ein Modell auf einmal überblickt, Frage und Antwort zusammen. Ist es voll, fällt der Anfang wieder heraus. von gut einer Million Token.
Im Artificial Analysis Intelligence IndexEin unabhängiger Vergleichstest, der mehrere Prüfungen zu einer Punktzahl zusammenfasst. Er misst nur das, was er prüft. Gelesen wird er trotzdem als Rangliste. Zum Vergleichstest kommt Kimi K3 auf 57 Punkte. Das ist der beste Wert, den ein offenes Modell je erreicht hat. Das nächstbeste offene Modell liegt bei 51.
Nach gut einem Tag standen dort 99.200 Downloads.
Die interessante Zahl ist eine andere. Die Gewichte liegen in 96 Dateien mit zusammen rund 1,56 Terabyte.
1,56 Terabyte passen auf keinen Arbeitsrechner
Das ist mehr, als auf die Festplatte der meisten Geschäftsrechner passt.
Die Gewichte sind außerdem keine Datei, die man lädt und startet: Beim Rechnen müssen sie vollständig im Arbeitsspeicher liegen, in Spezialhardware.
Wer dieses Modell selbst betreiben will, braucht ein Rechenzentrum oder mietet eines und ist damit wieder genau da, wo er vorher war: Bei einem Anbieter, der ihm Rechenzeit verkauft.
Ich halte das für den eigentlichen Befund. Die Gewichte sind frei, die Rechenleistung ist es nicht.
Rechner
Wie lange lädt Ihr Anschluss 1,56 Terabyte?
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100 Mbit pro Sekunde
Zum Nachrechnen: 1,56 Terabyte sind rund 12,5 Millionen Megabit. Ein DSL-Anschluss mit 16 Mbit braucht dafür gut neun Tage, VDSL mit 100 Mbit etwa 35 Stunden, ein Glasfaseranschluss mit 1000 Mbit knapp dreieinhalb.
104 Milliarden Parameter sind immer noch zu viel
Die 1,56 Terabyte sind die Gesamtgröße. Beim Rechnen ist nur ein Bruchteil davon gleichzeitig aktiv, nämlich 104 Milliarden der 2,8 Billionen Parameter je Token.
Wer sich auskennt, wird deshalb einwenden, dass mein Betriebsargument zu grob ist. Dazu kommen Verfahren, die den Speicherbedarf weiter senken.
Der Einwand stimmt und ändert das Ergebnis trotzdem nicht. Auch ein Bruchteil von 2,8 Billionen Parametern liegt jenseits dessen, was ein Betrieb ohne eigene Serverhardware stemmt.
Ich rechne damit, dass sich das über die nächsten Jahre verschiebt. Im Juli 2026 ist es so.
Die Lizenz endet bei zwanzig Millionen Dollar
Eine offene Lizenz klingt nach nimm es und mach damit, was du willst.
Kimi K3 kommt unter einer eigenen Lizenz. Nutzung, Veränderung, Weitergabe und kommerzieller Verkauf sind erlaubt.
Aber: Wer damit ein Modell als Dienstleistung anbietet und in zwölf Monaten über zwanzig Millionen Dollar umsetzt, braucht eine gesonderte Vereinbarung. Produkte mit über hundert Millionen monatlichen Nutzern müssen Kimi K3 sichtbar nennen.
Für einen normalen Betrieb sind beide Schwellen ohne Belang, sie zeigen trotzdem, worum es geht: Das ist keine Schenkung, sondern ein Geschäftsmodell mit Freibetrag. Ich finde das legitim, nur sollte man es dann auch so nennen.
Offene Gewichte nutzen vor allem denen, die Rechenleistung verkaufen
Das Wort offen weckt die Erwartung, man mache sich damit unabhängig von einem Anbieter. Bei einem Modell dieser Größe stimmt das nicht, ich halte diese Erwartung sogar für den größten Irrtum in der ganzen Debatte.
Am selben Tag, an dem Kimi K3 frei wurde, haben Nvidia, Microsoft, Meta und PalantirUS-Unternehmen für Datenanalyse-Software, vor allem für Behörden und Militär. Eigene große Sprachmodelle baut es nicht. einen Industriebrief für offene Modellgewichte unterzeichnet. Google und OpenAI zogen übers Wochenende nach. Ausgerechnet die Anbieter geschlossener Modelle stellen sich hinter offene.
Ich glaube nicht, dass hier jemand seine Überzeugung geändert hat. Je größer die frei verfügbaren Modelle werden, desto teurer wird der Betrieb. Und desto sicherer landet jeder wieder bei einem Anbieter.
Das macht die Veröffentlichung nicht schlecht. Sie ist gut für die Forschung, für die Prüfbarkeit und dafür, dass die Preise der geschlossenen Anbieter unter Druck bleiben. Ich sehe darin trotzdem keine Unabhängigkeitserklärung, als die sie gerade gefeiert wird.
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Daniel Klantke · KI-Beratung für Unternehmen und Gründer · klantke.com/blog/moonshot-verschenkt-staerkstes-offenes-ki-modell
Quellen
- Hugging Face: Modellseite Kimi-K3 bei Moonshot AI, abgerufen am 29. Juli 2026.
- 96 Dateien mit zusammen rund 1,56 Terabyte, Angaben zu Dateien und Gesamtgröße.
- eigenen Lizenz: Kimi K3 Open Weights, Lizenz und Schwellenwerte, Juli 2026.
- Artificial Analysis Intelligence Index, Werte für Kimi K3 und das nächstplatzierte offene Modell.
- Axios: einen Industriebrief für offene Modellgewichte unterzeichnet, 27. Juli 2026.