Microsoft legt vier Copilot-Werkzeuge in eine App.
Angekündigt ist die Super-App bis Ende September. Ein Baustein läuft seit dem 16. Juni.
Microsoft-Chef Satya NadellaVorstandsvorsitzender von Microsoft, seit Februar 2014. Er führt zugleich den Verwaltungsrat. Im Unternehmen ist er seit 1992, davor hat er dort das Cloud-Geschäft geführt. Unter ihm hat Microsoft den Schwerpunkt von Windows auf die Cloud verschoben. hat den Umbau am 29. Juli bestätigt.
In der Quartalstelefonkonferenz sagte er: „Copilot is evolving rapidly from chat to Cowork to Autopilots. This quarter, we are bringing these Copilot experiences together, including code, in one super app." Zusammengelegt werden der Copilot-Chat, der Programmierassistent GitHub Copilot, Copilot CoworkDer Teil von Copilot, der Aufgaben selbst ausführt, statt sie nur zu beantworten. Er arbeitet über mehrere Programme hinweg und liefert ein fertiges Ergebnis. und das agentischeEin agentisches System bekommt ein Ziel statt einer Anweisung. Es macht daraus selbst einen Plan, führt ihn Schritt für Schritt aus und fragt nur an festgelegten Stellen nach. System Autopilot. Für Privatkunden und für Unternehmen zugleich, noch in diesem Quartal, also bis Ende September.
Copilot ist dabei kein Nischenprodukt. Im selben Bericht nennt Microsoft über 30 Millionen bezahlte Copilot-Plätze, GitHub Copilot kommt auf 50 Millionen Nutzer.
Die Ankündigung klingt nach Zukunft, dabei läuft ein Teil davon längst. Den habe ich mir angesehen.
Cowork führt die Aufgabe selbst aus
Copilot Cowork ist seit dem 16. Juni 2026 allgemein verfügbar. Microsoft beschreibt es als System, das „komplexe, langlaufende Aufgaben über mehrere Werkzeuge hinweg" ausführt und „ein abgeschlossenes Ergebnis" liefert, nicht einen Entwurf.
Der Ablauf: Sie geben ein Ziel vor, das System macht daraus einen Plan, arbeitet ihn im Hintergrund ab und fragt an festgelegten Punkten nach, bevor es weitergeht.
Zum Durchklicken
Zwei Aufgaben, die Cowork komplett übernimmt
Die Beispiele stammen aus Microsofts eigener Ankündigung vom 9. März 2026. Nichts davon ist geschätzt.
Sie sagen
Bereite den Kundentermin am Donnerstag vor.
Sie bekommen
Briefing, Präsentation und Kundenunterlagen, fertig in Microsoft 365 abgelegt.
Zum Nachlesen: Einbezogen sind Outlook, Teams, Word, Excel, PowerPoint, OneDrive und SharePoint. Im Frontier-Programm kann das System über einen lokalen Edge-Browser zusätzlich im Web nachsehen. An festgelegten Punkten fragt es nach, bevor es weiterarbeitet.
Neun Erweiterungen sind verfügbar, acht weitere sind angekündigt.
Microsoft rechnet nach Verbrauch ab
Über den Einstieg entscheiden die Konditionen. Cowork läuft über Copilot Credits und wird nach Verbrauch abgerechnet: Nach Modellnutzung, Kontextabruf, Werkzeugaufrufen und Laufzeit.
Ein CreditDie Verrechnungseinheit für Cowork. Ein Credit kostet im flexiblen Tarif einen US-Cent. Wie viele Credits eine Aufgabe verbraucht, hängt vom Modell, von der Menge der herangezogenen Daten und von der Laufzeit ab. kostet im flexiblen Tarif einen US-Cent. Wer größere Mengen abnimmt, bekommt Rabatt. Ausgabengrenzen lassen sich auf mehreren Ebenen setzen.
Ich halte das für die eigentliche Nachricht an einen kleinen Betrieb: Sie brauchen keine Jahreslizenz für jeden Mitarbeiter, um Cowork auszuprobieren, sondern bezahlen, was tatsächlich läuft. Wo Schluss ist, legen Sie vorher fest.
Cowork lohnt sich bei der Zuarbeit
Cowork spielt seine Stärke dort aus, wo Arbeit lange dauert und niemandem Spaß macht: Recherche über mehrere Quellen, Unterlagen aus vorhandenem Material zusammenstellen, Termine sortieren. Das muss alles getan sein, bevor die eigentliche Arbeit anfängt.
Der zweite Fall ist Arbeit, die über mehrere Programme läuft. Ein Chatfenster gibt Ihnen dafür eine gute Antwort, die Sie anschließend selbst nach Excel kopieren, in eine Mail schreiben und in den Kalender eintragen. Cowork legt das Ergebnis gleich dort ab.
Der dritte Fall ist das Ausprobieren selbst. Die Abrechnung nach Verbrauch macht aus einer Grundsatzentscheidung einen Versuch: Zwei Wochen laufen lassen, ein festes Limit setzen, danach an der Abrechnung ablesen, ob sich etwas geändert hat. Ich würde dabei mit der Zuarbeit anfangen und nicht mit dem, was beim Kunden landet.
Vier Punkte stehen nicht in der Ankündigung
Cowork ist standardmäßig abgeschaltet, ein Administrator muss es erst freigeben. Wer es sucht und nicht findet, hat deshalb kein Problem mit dem Werkzeug, sondern mit den Einstellungen.
Dazu braucht jeder Nutzer eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz. Die Abrechnung nach Verbrauch kommt obendrauf und ersetzt die Lizenz nicht.
Die Kosten stehen vorher nicht fest, weil nach Verbrauch abgerechnet wird und eine lange Recherche über viele Quellen mehr kostet als ein aufgeräumter Kalender. Wie viel genau, sagt Microsoft an keiner Stelle. Ich würde deshalb kein Team damit anfangen lassen, bevor eine Ausgabengrenze steht.
Die Super-App war am 30. Juli angekündigt, nicht ausgeliefert. Was sie kosten wird und ob sie den heutigen Copilot Chat in den Paketen ersetzt oder ergänzt, hat Nadella offengelassen.
Ich rechne damit, dass sich an den Konditionen bis dahin noch etwas ändert. Wer heute einsteigt, sollte deshalb klein anfangen.
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Daniel Klantke · KI-Beratung für Unternehmen und Gründer · klantke.com/blog/microsoft-copilot-super-app
Quellen
- The Verge: Microsoft confirms Copilot „super app" coming this year, Emma Roth, 30. Juli 2026, mit dem Wortlaut von Satya Nadella aus der Telefonkonferenz vom 29. Juli.
- Microsoft 365 Blog: Copilot Cowork, a new way of getting work done, 9. März 2026, mit den vier Beispielaufgaben und den einbezogenen Anwendungen.
- Microsoft Source EMEA: Copilot Cowork ist jetzt allgemein verfügbar, ab 16. Juni 2026, Abrechnung über Copilot Credits zu einem US-Cent, Ausgabengrenzen, Lizenzvoraussetzung, standardmäßig deaktiviert.
- CNBC: Microsoft Q4 earnings report 2026, Quartalsumsatz 90 Milliarden Dollar, über 30 Millionen bezahlte Copilot-Plätze, GitHub Copilot mit 50 Millionen Nutzern.