Kickstart Monday #7: Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI.

57 Prozent der deutschen Betriebe ab 20 Beschäftigten arbeiten mit künstlicher Intelligenz, vor zwei Jahren waren es 20 Prozent. Das meldet der Bitkom. Außerdem: Eine Diagnosehilfe aus Dresden kommt ohne Cloud aus, bei OpenAI lesen Menschen echte ChatGPT-Gespräche mit. Und iOS 27 ist da, die neue Siri aber nicht in der EU.

Daniel Klantke · 21. September 2026 · 4 Minuten Lesezeit

Hervorgehobene Wörter erklären sich beim Antippen.

01 · Was neu ist

Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI

57 Prozent der deutschen Betriebe ab 20 Beschäftigten setzen künstliche Intelligenz ein. Im Vorjahr waren es 36 Prozent, zwei Jahre davor 20. Weitere 38 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz. Für nicht relevant halten das Thema noch 4 Prozent, vor zwei Jahren sagten das 41 Prozent. Der Bitkom hat dafür 603 Unternehmen befragt.

Am häufigsten läuft KI im Kundenkontakt mit 72 Prozent, danach folgen Marketing und Kommunikation mit 54 Prozent. Beim internen Wissen sind es 22 Prozent, in eigenen Produkten 20. Ausgereizt ist das Feld nirgends: Kein Anwender sagt, er schöpfe die Möglichkeiten voll aus, drei Prozent immerhin stark. 45 Prozent geben dieses Jahr mehr Geld dafür aus als im vergangenen.

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Eine Diagnosehilfe aus Dresden arbeitet ohne Cloud

Eine Gruppe um Jakob Nikolas Kather von der TU Dresden und dem Uniklinikum hat vergangene Woche in Nature Medicine ein Diagnosesystem vorgestellt, das vollständig im Haus läuft. Grundlage ist ein . Die Patientendaten verlassen die Klinik nicht.

Geprüft wurde an Blinddarmentzündung, Gallenblasenentzündung, Lungenentzündung, Lungenembolie und Harnwegsinfekt. Die besten lokalen Modelle kamen auf 84 bis 90 Prozent richtige Diagnosen. Rechnet das System mehrfach und vergleicht die Ergebnisse, steigt der Wert auf 97,5 Prozent bei drei Durchläufen und 99,6 Prozent bei zehn. Unter erschwerten Bedingungen fiel er von 90,6 auf 70,2 Prozent.

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OpenAI lässt private ChatGPT-Gespräche von Menschen lesen

Nach internen Unterlagen, die dem Magazin 404 Media vorliegen, beschäftigt OpenAI mehrere hundert Auftragnehmer, die echte Gespräche mit ChatGPT lesen. Sie schreiben auf, worum es dem Nutzer ging. Danach bewerten sie vier Antwortvarianten auf einer Skala von eins bis sieben. Intern heißt das Vorhaben Project Lily, bezahlt werden über 50 Dollar die Stunde.

Vorher läuft jeder Text durch einen , der Namen und persönliche Angaben entfernen soll. OpenAI räumt ein, dass dabei nicht alles hängen bleibt. Wer das abstellen will, schaltet in den Einstellungen die Verbesserung des Modells ab. Für Team- und Unternehmenskonten nutzt OpenAI die Inhalte nach eigenen Angaben ohnehin nicht zum Training.

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02 · Was sich ändert

Apple liefert iOS 27 aus und sperrt die neue Siri für die EU

Seit Montag verteilt Apple iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27. Die überarbeitete Siri läuft in der EU auf dem Mac, auf iPhone und iPad nicht. Ebenfalls nicht dabei sind die systemweiten Schreibwerkzeuge und die neuen Kamerafunktionen.

Der Grund ist der . iOS zählt dort zu den Plattformen, die fremden Anbietern dieselben Schnittstellen öffnen müssen wie den hauseigenen Diensten, macOS zählt nicht dazu. Apple hält die Funktion deshalb zurück, statt sie umzubauen. Die Zustimmung zum Training mit Siri-Daten wird beim Einrichten der neuen Siri abgefragt, in der EU also vorerst nur auf dem Mac.

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Nvidia und Google wollen Rechenzentren nach dem Stromnetz takten

Am Mittwoch haben Nvidia, Google und Emerald AI die AI Energy Management Alliance gegründet, insgesamt sind 18 Partner aus KI, Halbleitern und Energiewirtschaft beteiligt. Rechenzentren sollen ihren Verbrauch an die Lage im Netz anpassen, nach Angaben von Nvidia binnen einer Minute um bis zu 40 Prozent.

Der Hebel ist die . Auf das bestehende US-Netz gerechnet ergeben sich daraus 100 Gigawatt zusätzliche Kapazität für Rechenzentren. Nötig wäre das, weil neue Standorte dort bis zu zehn Jahre auf einen Anschluss warten, während die Netze im Mittel nur zur Hälfte ausgelastet sind. Im Gegenzug verlangt die Allianz schnellere Genehmigungen.

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Fristen im Blick

  • bis auch ältere KI-Werkzeuge ihre Ergebnisse maschinenlesbar kennzeichnen müssen
  • bis der Bundesgerichtshof entscheidet, ob ein geschütztes Foto für einen KI-Trainingsdatensatz kopiert werden darf
  • bis Betriebe über 800.000 Euro Vorjahresumsatz ihre Rechnungen an andere Firmen elektronisch ausstellen müssen

Wird bei jedem Aufruf neu gerechnet.

03 · Die Zahl der Woche

87 bis 93 Prozent

So viel niedriger lag die von Bing Chat zur New York Times gegenüber der normalen Bing-Suche. Die Zahl stammt von Microsoft selbst. Sie stand bisher geschwärzt in den Akten des Verfahrens, das die Zeitung und weitere Verlage gegen OpenAI und Microsoft führen. Am Donnerstag wurde sie freigegeben.

In denselben Unterlagen nennt der Microsoft-Forscher Brent Hecht das Training mit fremden Inhalten den womöglich größten Diebstahl menschlicher Arbeit in der Geschichte. Nick Turley, bei OpenAI für ChatGPT zuständig, spricht von einer existenziellen Bedrohung für Verlage.

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Daniel Klantke · Kickstart Monday #7 · klantke.com/blog/kickstart-monday-07

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