Kickstart Monday #4: Meta bricht den Umbau zum KI-Konzern ab.

Mark Zuckerberg wollte Meta zum KI-Konzern umbauen und Teams um bis zu 60 Prozent verkleinern. Wenige Stunden vor der Ankündigung hat er den Plan gestoppt. Außerdem: Sony und Warner verklagen Anthropic wegen Songtexten, OpenAI sperrt ein Programmierwerkzeug von Elon Musk aus. Und in ChatGPT erscheint jetzt auch in Europa Werbung.

Daniel Klantke · 31. August 2026 · 3 Minuten Lesezeit

Hervorgehobene Wörter erklären sich beim Antippen.

01 · Was neu ist

Meta bricht den Umbau zum KI-Konzern ab

Unter dem Namen Project OT hatte Mark Zuckerberg Anfang des Jahres einen Plan vorbereiten lassen: Meta sollte KI-nativ werden, Abteilungen um bis zu 60 Prozent schrumpfen. Wenige Stunden vor der geplanten Ankündigung am 20. Mai stoppte er ihn. Die erste Welle war da schon gelaufen, rund 8.000 Stellen, dazu 7.000 Beschäftigte, die intern in KI-Projekte wechselten.

Reuters beruft sich auf interne Unterlagen und Mitarbeiter. Genannt werden Widerstand aus der Belegschaft, Störungen im Betrieb und Produktivitätsgewinne, die hinter den Erwartungen blieben. Die zweite Entlassungsrunde fiel aus. In einem internen Schreiben räumte Zuckerberg organisatorische Fehler ein.

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Sony und Warner verklagen Anthropic wegen Songtexten

Sony Music Publishing und Warner Chappell haben am 28. August vor dem Bezirksgericht für den Norden Kaliforniens Klage eingereicht. Der Vorwurf: Anthropic habe Songtexte über und aus lizenzierten Diensten wie MusixMatch und LyricFind beschafft, Urhebervermerke entfernt und die Texte über Claude wieder ausgegeben.

Gefordert werden bis zu 150.000 Dollar je vorsätzlich verletztem Werk, dazu bis zu 25.000 Dollar für jeden entfernten Rechtevermerk. In Summe geht es um mehrere Milliarden. Verklagt sind neben dem Unternehmen auch Firmenchef Dario Amodei und Mitgründer Benjamin Mann persönlich.

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OpenAI sperrt Cursor aus, nachdem SpaceX es gekauft hat

Zwei Wochen nachdem SpaceX den Cursor-Hersteller Anysphere für 60 Milliarden Dollar übernommen hat, hat OpenAI die gezogen. Der Vertrag läuft aus, ab dem 12. November bekommt Cursor keine OpenAI-Modelle mehr.

OpenAI begründet das mit Erfahrungen aus früheren Verträgen mit Firmen von Elon Musk und verweist darauf, dass Musk unter Eid eingeräumt hat, xAI habe die Nutzungsbedingungen verletzt. Cursor-Chef Michael Truell sagt, OpenAI-Modelle machten etwa fünf Prozent der Nutzung aus. Anthropic stellt zusätzliche Rechenkapazität bereit.

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128 Unternehmen warnen vor Angriffen mit KI

OpenAI und 127 weitere Unternehmen und Organisationen haben einen offenen Brief unterzeichnet. Darin steht, dass Angriffe mit KI in den kommenden Monaten deutlich zunehmen und raffinierter werden. Das Zeitfenster, um eine Abwehr aufzubauen, sei begrenzt. Besonders gefährdet seien Kliniken, Wasserwerke und andere .

Unterschrieben haben unter anderem Microsoft, Google, Anthropic, AWS, Cisco, CrowdStrike, Mastercard sowie aus Deutschland die Telekom und SAP. Der Brief nennt drei Punkte: Eingestehen, dass die heutigen Sicherheitsverfahren nicht reichen, mehr Verteidiger mit KI ausstatten, gemeinsam reagieren.

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02 · Was sich ändert

ChatGPT zeigt jetzt auch in Europa Werbung

Ende August läuft die Werbung in ChatGPT auch in Europa an. Vor drei Wochen stand Deutschland noch nicht auf der Liste. OpenAI hat die Anzeigen dafür in der Datenschutzrichtlinie verankert. Betroffen sind der Gratistarif und der günstige Tarif Go.

Ausgewählt werden die Anzeigen als : Thema des laufenden Gesprächs, ungefährer Standort, Gerätetyp. Frühere Chats und gespeicherte Notizen nutzt OpenAI dafür nach eigenen Angaben nicht. In Europa braucht personalisierte Werbung eine , in den USA reicht ein Widerspruch. Zum Start soll es hier ausschließlich Kontext-Werbung geben.

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Eine Karte zeigt, wo in Deutschland Rechenzentren geplant sind

AlgorithmWatch, Leitmotiv, das Heiße-Luft-Kollektiv und FragDenStaat haben auf heisseluft.org zusammengetragen, was öffentlich über geplante Rechenzentren bekannt ist. Erfasst sind 81 Anlagen im Bau oder in Planung, zusammen rund 5.000 Megawatt.

Die Karte zeigt Standorte, geschätzten Stromverbrauch, die Projektentwickler und die Orte, an denen sich Widerstand regt. Kritisiert werden fehlende Auskünfte in den Verfahren und der Wasserbedarf in Gegenden, in denen das Grundwasser ohnehin knapp ist.

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Fristen im Blick

  • bis Google den Assistant abschaltet
  • bis auch ältere KI-Werkzeuge ihre Ergebnisse maschinenlesbar kennzeichnen müssen
  • bis Betriebe über 800.000 Euro Vorjahresumsatz ihre Rechnungen an andere Firmen elektronisch ausstellen müssen

Wird bei jedem Aufruf neu gerechnet.

03 · Die Zahl der Woche

43 Prozent

So viele Bemerkungen über KI in Arbeitgeberbewertungen sind noch positiv. 2019 waren es 81 Prozent. Negativ äußern sich inzwischen 53 Prozent.

Die Auswertung stammt von THE DECODER und stützt sich auf Glassdoor-Bewertungen von US-Arbeitgebern, verglichen wurden Januar 2019 bis Mai 2026. Erwähnt wird KI dort immer häufiger: Ihr Anteil an allen Bewertungen stieg von unter 0,2 auf über 2,3 Prozent. Für Deutschland sagen die Zahlen nichts.

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Daniel Klantke · Kickstart Monday #4 · klantke.com/blog/kickstart-monday-04

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