Kickstart Monday #3: Erste Kündigung auf Empfehlung einer KI.
Den Andon Market in San Francisco führt seit April eine KI-Software. Vergangene Woche hat sie zum ersten Mal empfohlen, einen Mitarbeiter zu entlassen, nachdem ein Kollege sie an ihre eigenen Regeln erinnern musste. Außerdem: OpenAI setzt ein Datum für den Börsengang, Bosch fertigt Roboter in Bühl. Und in Peking läuft eine Maschine die 100 Meter schneller als Usain Bolt.
Hervorgehobene Wörter erklären sich beim Antippen.
01 · Was neu ist
KI-Ladenchef empfiehlt die erste Kündigung
Im Andon Market in San Francisco führt seit April eine KI-Software die Geschäfte. Sie heißt Luna, arbeitet als KI-AgentEin Programm, das eine Aufgabe in eigenen Schritten abarbeitet, statt nur zu antworten. Es darf dafür meist selbst im Netz suchen, Formulare ausfüllen oder Anfragen abschicken. auf einem Modell von Anthropic und hat den Laden selbst eröffnet, das Sortiment zusammengestellt und Personal eingestellt. Vergangene Woche empfahl sie, einen Mitarbeiter zu entlassen. Er war bei 17 von 23 Schichten zu spät gekommen, hatte Schichten abgesagt, Ware weggeworfen und eine Firmenkreditkarte mit nach Hause genommen.
Die Anwesenheitsregeln hatte Luna Monate zuvor selbst aufgeschrieben und dann aus dem GedächtnisDer Speicher, in dem ein Programm Notizen über frühere Vorgänge ablegt. Es findet dort nur wieder, wonach es gezielt sucht. Den Rest verliert es im laufenden Betrieb. verloren. Ein Mitarbeiter des Betreibers Andon Labs musste sie auffordern, im eigenen Handbuch nachzuschlagen. Erst danach bewertete sie den Fall neu. Geprüft und ausgesprochen haben die Kündigung Menschen. Andon Labs spricht vom ersten bekannten Fall dieser Art. In Kalifornien wird bereits über Regeln für KI-Chefs beraten.
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OpenAI will 2027 an die Börse
Finanzchefin Sarah Friar sagte am 19. August auf einer Betriebsversammlung, OpenAI werde 2027 börsennotiert sein, früher, falls das Geschäft weiter anzieht. Den Börsengang nannte sie keine Ziellinie, sondern eine weitere Geldbeschaffung. Im März hatte das Unternehmen 122 Milliarden Dollar eingesammelt.
Friar zeigte den Mitarbeitern auch Zahlen. Der Umsatz liegt im laufenden Quartal 35 Prozent über dem Vorquartal, das Geschäft mit Firmenkunden 50 Prozent. Das Programmierwerkzeug kommt auf 20 Millionen Nutzer in der Woche. Die Unterlagen für den Börsengang hat OpenAI bereits im Juni bei der Börsenaufsicht eingereicht, vertraulich.
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US-Behörden warnen vor Angriffen mit KI-Code
NSA, CISA, FBI, Energieministerium und Umweltbehörde haben am 19. August gemeinsam gewarnt: Angreifer lassen sich von KI die Skripte schreiben, mit denen sie speicherprogrammierbare SteuerungenDie kleinen Computer, die in Fabriken, Wasserwerken und Heizhäusern Pumpen, Ventile und Motoren schalten. Sie laufen oft jahrelang unverändert weiter. von Siemens übernehmen. Betroffen sind Anlagen, die am Internet hängen, in Wasserwerken, bei Energieversorgern, in der Fertigung, der Chemie und in Lebensmittelbetrieben.
Die Programme tarnen sich als Überwachungssoftware und können den Speicher der Steuerung lesen und beschreiben. Die Lücken selbst sind zum Teil seit Jahren bekannt. Geändert hat sich der Aufwand: Für einen funktionierenden Angriff braucht es kein Spezialwissen mehr. Die Behörden raten Betreibern, alle Steuerungen aufzulisten, Updates einzuspielen, den Zugang aus dem Internet zu sperren und die Anmeldung abzusichern.
Bosch baut ab 2027 humanoide Roboter in Bühl
Bosch will im Sommer 2027 im Werk Bühl in Baden mit der Serienfertigung humanoider Roboter beginnen. Gebaut werden sie im Auftrag des britischen Herstellers Humanoid, das Modell heißt HMND 01. Geplant sind zunächst einige hundert Stück.
Im März hatte ein Prototyp in der Bühler Logistik gearbeitet und Kisten unterschiedlicher Größe von Förderbändern auf Wagen geladen. Bosch prüft, eigene Teile beizusteuern, Antriebe, Motoren und Sensoren. Zu den ersten Kunden gehört der Zulieferer Schaeffler. Beide Unternehmen sind auch an Humanoid beteiligt.
02 · Was sich ändert
Apple Music verlangt Kennzeichnung von KI-Musik
Apple hat am 20. August Labels und Vertriebe per E-Mail verpflichtet, in den MetadatenAngaben, die an einer Datei hängen, ohne im Bild oder im Ton zu erscheinen. Programme lesen sie aus, Menschen sehen sie nur, wenn eine Anzeige sie sichtbar macht. anzugeben, wenn ein wesentlicher Teil eines Titels von einer KI stammt. Das gilt für Aufnahmen, Kompositionen, Videos und Cover. Bisher war die Angabe freiwillig, eingeführt hatte Apple sie im März.
Für Hörer sichtbar wird das später im Jahr, mit einem Etikett Made With AI. Hintergrund ist Artikel 50 der europäischen KI-VerordnungDas europäische Gesetz für künstliche Intelligenz, seit August 2024 in Kraft und stufenweise anwendbar. Artikel 50 regelt, was als maschinell erzeugt gekennzeichnet werden muss., der seit dem 2. August maschinenlesbare Kennzeichnung verlangt.
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Bundesregierung sieht keinen Stellenabbau durch KI
In ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage schreibt die Bundesregierung, KI ersetze selten ganze Berufe, sondern verschiebe Aufgaben. Routine falle weg, das Prüfen der Ergebnisse werde wichtiger. Schweizer Marktstudien, die einen Einbruch bei den Junior-Stellen melden, hält sie für methodisch kaum belastbar.
Eine Umfrage des ifo-Instituts zitiert die Antwort trotzdem: Knapp 20 Prozent der Unternehmen halten es für denkbar, Hochschulabsolventen durch geringer qualifizierte Kräfte mit KI zu ersetzen. Eine Stanford-Studie kommt zu dem Schluss, dass KI keine Massenarbeitslosigkeit auslöst, den Berufseinstieg aber erschwert. Die Weiterbildungsquote soll bis 2030 auf 65 Prozent steigen.
Fristen im Blick
- bis Google den Assistant abschaltet
- bis auch ältere KI-Werkzeuge ihre Ergebnisse maschinenlesbar kennzeichnen müssen
- bis Betriebe über 800.000 Euro Vorjahresumsatz ihre Rechnungen an andere Firmen elektronisch ausstellen müssen
Wird bei jedem Aufruf neu gerechnet.
03 · Die Zahl der Woche
9,39 Sekunden
So schnell lief ein humanoider Roboter des Pekinger Herstellers X-Humanoid am 22. August die 100 Meter. Der Weltrekord von Usain Bolt aus dem Jahr 2009 liegt bei 9,58 Sekunden.
Gelaufen wurde bei den World Humanoid Robot Games in Peking. Ein zweiter Roboter, Lightning vom Handyhersteller Honor, kam im Finale auf 9,47 Sekunden und im Testlauf auf 9,32. Im Vorjahr hatte die Siegerzeit noch bei 21,50 Sekunden gelegen.
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Daniel Klantke · Kickstart Monday #3 · klantke.com/blog/kickstart-monday-03
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